Vertrauen ist der Kitt für Alles; der 31. Tag nach Corona

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Liebe Leserinnen und Leser,

wenn heute die Minister bundesweit tagen und über den #Exit und dazugehörige Strategien, Rahmenbedingungen und Auflagen diskutieren, dann ist das gewiss keine leichte Aufgabe und daher darf man auch ruhig diesen Damen und Herren für Ihren Einsatz und die Verantwortung die sie gerade vielleicht noch mehr tragen als sonst, Respekt und Anerkennung zollen. Auch ein Danke wäre angebracht, doch hängt dieses Danke auch davon ab, ob wir alle auch in die einzig wichtige Währung dieses Tage einzahlen können und dürfen, und diese Währung heißt #Vertrauen.

Derzeit wird leider sehr viel getan, um eben dieses Vertrauen in Frage zu stellen. Dabei sind es nicht einmal die vielen unterschiedlichen Diskussionen die medial täglich geführt werden, wie z.B. ob man den jüngsten virologischen Erkenntnissen aus der Heinsbergstudie einfach so Glauben schenken darf oder nicht, oder die Vorschläge zum langsamen Hochfahren seitens der Leopoldina nun als belastbare Vorlagen für weitere Entscheidungen genutzt werden oder nicht. Gestatten Sie mir nur kurz den Hinweis, dass es sich bei der Leopoldina genau um die Institution handelt, die vor wenigen Jahren noch den Rückbau unserer bestehenden Kliniken im Land auf 300 „Riesenhäuser“ – der Wirtschaftlichkeit zur Liebe- empfohlen hatten und sich damit noch doppelt so viel ins Zeug gelegt hatten wie seinerzeit die Bertelsmannstiftung. Jene Wirtschaftlichkeit, die nun mangels Schutzkleidung, Beatmungsgeräte sowie medizinischem Pflegepersonal dafür mit Verantwortung trägt, das wir uns allesamt in dieser neuen Zeitrechnung befinden.

Wenn also heute über Lockerungen beraten wird, dann sollte in diesem Reigen der Verantwortlichen das Bewusstsein regieren und herrschen, dass es um die Zukunft einer ganzen Nation und in ihr lebenden Generationen und Menschen geht, und darüber hinaus auch um die Nationen um uns herum.

Auch wenn bis heute unser Dasein und dessen Zweck und Sinn gewiss nicht für alle befriedigend geklärt sein mag, so bin ich davon überzeugt, dass ein großer Konsens darin bestehen wird, dass wir nicht nur zum Arbeiten da sind, oder um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten, auch wenn manche selbst ernannten „Wachstumsapostel“ das gerne so darstellen möchten.

Was doch Viele von uns treiben dürfte, ist der Wunsch nach einem erfüllten Leben mit möglichst vielen Freiheitsgraden und Entfaltungsmöglichkeiten.

Was muss passieren, damit wir uns wieder so bewegen können, wieder so leben können, wieder die Freiheiten erleben und spüren dürfen, wie wie sie früher einmal hatten, und wie und wo muss das passieren und welche Risiken müssen wir auch bereit sein dafür in Kauf zu nehmen?

Wenn Morgen wieder ein Gastronom seinen Laden öffnet, ein Einzelhändler liebevoll seine Geburtstagskarten auf seinen Ständern im Außenbereich aufstellt und eine Pensionsinhaberin ihre Kopfkissen neu bezieht und aufschlägt, dann quält diese Menschen alle ein Gedanke. „Wie lange wird das jetzt gut gehen? Wird es noch einmal zu einer Schließung kommen? Woher soll ich dann die Kraft zum Weitermachen nehmen?“

Und noch eins sollte in diesen Stunden nicht vergessen werden. Die aufgebaute Generationssolidarität hat funktioniert, da man auch den jungen Menschen eingeredet hat, dass sie vor Corona keinesfalls geschützt sind und ebenfalls jederzeit daran sterben könnten. Diese Rhetorik bedarf nun einer Verwässerung, wie dargestellte Statistiken ja auch schon beweisen, um die jungen und gesunden Bevölkerungsgruppen nicht nur wieder ins Leben zu holen, sondern ihnen auch die Angst zu nehmen.

Was auch immer heute beraten oder ggf. auch entschieden werden mag, wir alle brauchen das Vertrauen darin, dass es uns eine Lebensperspektive bietet. Und für eben diese benötigen wir Ehrlichkeit und ebenfalls Respekt und Akzeptanz unserer Bedürfnisse seitens der Regierenden.

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