Zähne zusammenbeißen, die Corona-Kurve beobachten, der 8. Tag nach C.

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Diese Überschrift habe ich mir vom Tagesspiegel, eine lokale Zeitschrift aus Berlin, abgeguckt, denn sie triff in Zeiten wie diese genau ins Schwarze.

Wer gestern „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg gesehen hat, der weiß wo uns der Schuh derzeit drückt. Es sind nicht nur die Betten und das fehlende Personal; es sind auch diese eigentlichen Centartikel wie Schutzmasken die uns millionenfach fehlen. Ferner ist Zeit derzeit das kostbarste Gut, mehr noch als Toilettenpapier, doch wofür muss diese Zeit alles herhalten und was drückt gegen sie.

Wir benötigen Zeit um unser Gesundheitssystem optimal mit allen Ressourcen wie Personal, Material, Betten und Finanzen auszustatten.

Wir benötigen Zeit um infizierte Menschen pflegen zu können.

Dadurch benötigen wir Zeit, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig erkranken, obwohl wir wissen, dass ein Großteil der Bevölkerung im Zeitverlauf schon an Covid-19 erkranken sollte, alleine um eine Durchseuchung sicherstellen zu können.

Wir benötigen Zeit um Medikamente zu testen, die das Virus erträglicher machen könnten, noch besser einen Impfstoff gegen Covid-19.

Gegen diese Zeit drückt die wirtschaftliche Lage, denn viele Branchen leben ja nicht nur vom sozialen Austausch und der Begegnung, sondern bedürfen auch dieser um produktiv sein zu können.

Gegen die Zeit drückt unsere Jugend, die Kleinen sowie die Großen, als auch unsere Studenten, die auch in ihrem Leben weiterkommen möchten.

Gegen diese Zeit drückt unser aller Bedürfnis nach sozialer Agitation, nach Leben, Freiheit, Glück, Liebe und Individualität sowie Spontanität.

Gegen diese Zeit drückt das Leben, denn auch dieses vergeht, für die Geretteten wie für die Geopferten und die, die einfach lebendig leben wollen.  

Dabei wird die Frage nach dem Abwägungsprozess, also wieviel Kollateralschaden lässt man zu, bzw. die grundsätzliche Selbstverständlichkeit der Solidarität, schweren Zerreißproben unterzogen werden, auch wenn derzeit signalisiert wird, dass eine große Akzeptanz seitens der Gesellschaft für die auferlegten Einschränkungen vorhanden sei.

Wahrscheinlich ist es auch diese Form der Solidarität die derzeit für gefüllte Regale mit Toilettenpapier sorgt?!?  

Am Ende steht also unabhängig aller wirtschaftlichen Ausmaße eine soziale Tragödie nie dagewesener Qualität vor unserer Haustür und sie wird die Frage stellen, für welche Art des Lebens bist du? Solidarität oder Individualität?

Ich hoffe sehr, ich bete dafür, dass wir die Kraft haben mögen es durchzustehen, und als geläuterte und vielleicht auch bessere Menschen dann unser aller Zukunft zu gestalten.

Vielleicht schmeißen wir je nachdem wie lange es dauert danach auch alle unsere Handys weg, bzw. verzichten auf Social Media, weil es und viel wichtiger ist, mit unseren Mitmenschen wieder persönlich zu sprechen, sie anzufassen und zu umarmen. Vielleicht siegt am Ende der soziale Teil in uns, der erkennt, dass ein Leben in Einsamkeit und Isolation nicht wirklich lebenswert ist. Vielleicht dürfen wir das alle erleben in einer Zeit, wenn die Regale wieder mit Toilettenpapier gefüllt sind.

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