Die Welt mit einer neuen Zeitrechnung, oder auch der 4. Tag nach C. im ehemaligen Land der Dichter und Denker, welches nun als das Land der Klopapierhamsterer gehändelt wird

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Die Welt so wie wir sie kennen hatte prägnante Erlebnisse für ihre zeitliche Messung. Vor und nach Christus ist uns in Leib und Blut übergegangen. Für den Islam berechnet sich Vieles nach dem Jahr 622 n. Chr. als die Flucht des Propheten von Mekka nach Medina. Wir kennen die Daten der Weltkriege, zwischendurch den schwarzen Freitag, der eigentlich aufgrund der Zeitverschiebung ein Donnerstag war, und der die Weltwirtschaftskrise von 1929 mit folgenschweren Ereignissen auslöste.

Viele schwerwiegende Ereignisdaten musste die Welt in den letzten rd. 90 Jahren seitdem verkraften, Kriege, Seuchen, Pandemien, Nöte, Attentate, nicht zuletzt die neue Zeitrechnung vor und nach dem 11.9. , wobei ich jetzt nicht genau weiß ob 1973 nach dem Putsch in Chile oder 2001 nach der Zerstörung des World Trade Centers; aber es war auf alle Fälle einschneidend.

Doch wenn man so wie ich die ersten 50 Lebensjahre erreicht hat und das Glück und Privileg besitzt in Westdeutschland geboren und aufgewachsen zu sein, dann stellt sich dieser 4 Tag nach C. in Deutschland fast wie die Apokalypse da. Restriktionen und Einschränkungen wie wir sie in unserem Land noch nie erfahren haben. Geboren im Land der Dichter und Denker, gestorben im Land der Toilettenpapier und Mehlhamsterer, möchte man fast schon meinen, aber diese neue Geschichte und Zeitrechnung hat ja gerade erst angefangen.

Mit einer nie dagewesenen Wucht rollt eine Entwicklung auf uns zu. Eine Entwicklung die uns sowohl gesundheitlich, wirtschaftlich, sozial und kulturell über alles fordern wird, was wir bisher in diesem Land erlebt haben. Wenn man sich einmal vorstellt, dass viele hier zu Lande bereits am 4. Tag nach C. am Ende ihrer Belastbarkeit angekommen sind, dann fragt man sich, wie es Menschen in anderen Ländern schaffen jahrelange Kriege zu erdulden, und tägliches Sterben um sich herum zu ertragen. Vielleicht hilft es uns am Ende des Tages diese Menschen besser zu verstehen, ich weiß es nicht.

Über Vieles wird derzeit berichtet, Zahlen der Erkrankten, der Toten und auch der Geheilten. Die ganze Welt ist in einem Ausnahmezustand. In meinen nun möglichst täglich stattfindenden Blogbeiträgen möchte ich eingehen auf diese Zustände und wie diese uns alle verändern werden. Ich möchte hinschauen und Zeitzeuge sein, ganz besonders auch bei den kleinen und persönlichen Schicksalen und Ereignissen in diesen Tagen. Als Ökonom mit sozialem und kulturellem Hintergrund beleuchte ich dabei die Dinge die mir auffallen und stelle Fragen, wobei Sie alle mithelfen können für diese gesellschaftspolitisch vielleicht Antworten zu finden.

Die erste Frage oder Feststellung für heute ist, dass wir zwar wie Frau Merkel gestern betonte allesamt eine Schicksalsgemeinschaft sind, das Schicksal es aber nicht mit allen gleich meint, und dabei ist die jeweilige Dimension also wirtschaftlich, sozial etc. frei wählbar. Für heute hierzu abschließend zwei Beispiele:

Wenn ich hingehe und gemäß Gesetzeslage die Schließung eines Unternehmens oder Ladenlokals anordne, dann ist das eine Sache. Im gleichen Atemzug müsste ich aber auch hingehen und dem Vermieter dieser Fläche mitteilen, dass er hierfür für dieselbe Zeit der Schließung keine Miete oder Pacht erheben darf, denn das wäre doch nur fair, oder nicht? Und wenn dieser Vermieter hierauf noch einen Kredit abzuzahlen hat, dann müsste dieser inklusive Zinsen ebenfalls so lange ausgesetzt werden, dann bin ich 100% dabei; alles andere erachte ich als schwierig.

Ich trauere ferner auch um jedes Covid -19 Todesopfer. In der BRD sterben übrigens jedes Jahr rd. 900.000 Menschen, also gut 2.500 Menschen pro Tag. Die meisten davon haben ein bestimmtes Alter erreicht, hatten ein langes sicherlich ereignisreiches Leben und eine Familie die von ihnen Abschied nehmen möchte, das derzeit aber aufgrund der Isolation kaum gebührend erfolgen kann. Auch das sollten wir uns bei allen „dramatischen“ Todesopfern dieser Tage vor Augen halten, oder zumindest natürlich auch lernen damit umzugehen. Morgen geht es weitet und ich hoffe noch ohne Ausgangssperre.

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