DSGVO, Digitalisierung, disruptiver Diesel, Dummheit siegt

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Schon Einstein bemerkte so herrlich, dass zwei Dinge unendlich sein, nämlich das Weltall und die Dummheit der Menschen, wobei er sich beim ersten nicht so ganz sicher sei. Lassen Sie mich daher diesen Gedanken aufgreifen und Ihnen etwas umformulieren im Sinne von, „es gibt keinen billigeren Rohstoff als die Dummheit der Menschen.“ Warum ist dem so? Nun, zum einen weil Einstein oder auch der in 2018 verstorbene Stephen Hawking, bereits feststellten, dass die Dummheit dem Menschen inhärent ist. Zum anderen weil es immer mehr Menschen gibt die dem Rechnung tragen und zum weiteren, weil immer weniger gedacht wird. Denn würden wir den ersten Satz zur Definition hierzu uns einmal aus Wikipedia heranziehen, dann bedeuten Denken schlussendlich alle zusammengefassten Vorgänge, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen versuchen.

Dann lassen Sie uns mal erinnern, Erkenntnisse zu formen versuchen, und uns mit Vorstellungen beschäftigen:

2018 war „DSGVO“ mehr oder minder das Buzzword des Jahres, aus welchem wir bis dato in der Fläche nicht viel mehr gelernt haben, als ellenlange Datenschutzerklärungen zu generieren, mit Hinweisen auf Cookies das Surfen lästig werden zu lassen, ja gar das ganze Thema so lästig werden zu lassen, dass es um jedwede Ernsthaftigkeit geschehen ist und der entsprechende Nutzer oder Verbraucher nur noch genervt sein Kreuzchen an der passenden Stelle setzt, um endlich weiterzukommen. Grundsätzlich gab es die Chance, ein durchaus wichtiges und auch schützenswertes Thema professionell in die Gesellschaft zu tragen. Wir haben daraus eine Art „Beulenpest“ gemacht und aus Angst vor Inquisitoren, ein Dickicht von paragrafischen Fabulierungen hieraus erstellt. Der Nutzen wurde also spürbar versenkt, nicht ohne Millionen von Euros verschlungen zu haben, und noch weiter zu verschlingen.  Gebe Sie hierzu einfach mal zum Spaß das Wort DSGVO unter Google Trends ein, wieviel von diesem „Hype“ noch geblieben ist. Gott sei Dank nicht viel mag nun der ein oder andere denken, und das wahrscheinlich zu recht, doch was wurde hier nicht alles vor Mai 2018 hinein interpretiert.  

Und nun, knapp ein Jahr später in 2019 haben wir es gleich mit 3 Wörtern zu tun, die aus der täglichen Informationsflut nicht mehr weg zu denken sind. Wieder einmal wollen sehr viele nach Möglichkeit dabei kräftig mitverdienen, um den oben bereits erwähnten günstigen Rohstoff möglichst großflächig abzuschöpfen.

Gewinner des Abendcocktails ist, wer er schafft, diese 3 Wörter in einen Satz zu binden, als da mein Lösungsvorschlag wäre, „es gilt im Rahmen der Digitalisierung mit einem agilen Team disruptiven Geschäftsmodellen entgegenzutreten, oder eben solche selbst zu kreieren. Binden Sie dabei noch ein, dass Sie schlechten Gewissens noch mit einem Diesel vorgefahren sind, und Sie haben eigentlich alle relevanten derzeitigen Themenfelder abgeschöpft.

Nun, was will der Autor dieser Zeilen Ihnen damit eigentlich sagen?

Ich möchte Sie einladen ein bisschen über uns selbst zu Schmunzeln, auch im Hinblick darauf, was uns derzeit als „heißer Shit“ verkauft wird. Ich hatte heute einen Anruf von einem führenden Telekommunikationsunternehmen hinsichtlich einer Befragung zu einer Störungsmeldung von unserem Büro. Die Störung ist noch nicht abgestellt, die Fragen zielen darauf aber gar nicht ab, sondern beschäftigen sich mit „voll zufrieden“ bis „überhaupt nicht zufrieden“; und richtig unzufrieden macht es mich, dass in diesem Fall die Anruferin, meine Erlebnisse auch gar nicht interessieren, sondern sie ein vorgefertigtes Formular, allerdings gewiss digital, abzuarbeiten hat!

Verstehen Sie mich bitte richtig. So lange wir in einer solchen apathischen Welt in Bezug auf die Befriedigung von Kundenbedürfnissen leben, disruptieren sich die jeweiligen Unternehmen eigentlich selbst, ohne dass es hierzu einer besonderen innovativen Digitalisierung bedarf. Darüber hinaus wären viele Teams bereits agil, wenn sie nicht frustriert täglich mit der Leere und Sinnlosigkeit ihres Tuns konfrontiert würden, wie es in manch größeren Unternehmungen heute gerne noch täglich praktiziert wird. Beispielhaft mögen hier auch wichtige Meetings sein, die vielleicht so um die 10 – 15 TEUR Reisekosten verursachen, aber das Budget für eine Anschaffung oder eine Dienstleitung von 1.000 Euro z.B. nicht mehr erlauben.

Digitalisierung ist auch kein Selbstzweck. Agil zu sein übrigens auch nicht, denn „als sie das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten Sie Ihre Bemühungen“ kann auch eine Form von Agilität sein, gerne auch digital unterstützt, doch was nützt es, wenn das große Ganze in weite Ferne gerutscht ist. Wir würden uns daher selbst einen großen Gefallen tun, wenn wir zu einer gewissen inneren Klarheit zurückkehren würden, was die derzeitigen Topthemen in unserer Wirtschaftswelt angeht. Stets zu postulieren dass z.B. viele KMUs nur sehr begrenzt bis dato in digitale Technologien investiert haben bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass große Unternehmen hier die richtigen oder mehrwertstiftenden Investitionen getätigt haben.  

„Eine Blume macht sich keine Gedanken, ob sie mit der Blume neben ihr mithalten kann. Sie blüht einfach.“

Nun, so einfach ist es im Geschäftsleben nicht ganz. Es ist aber auch nicht notwendig stets nur zu schauen, was links oder rechts oder die Großen machen, die dann wiederum Milliarden bei anderen Dingen in den Sand setzen und wiederum tausende von Arbeitsplätzen freisetzten. Auch dafür bedürfte es nicht einmal der Digitalisierung und den angekündigten Jobverlusten, die daraus hervorgehen sollen. Auch diese entstehen nicht durch Digitalisierung, sondern durch innovative Lösungen mit digitaler Technik und bessere Lösungen haben seit Erfindung des Rades schon immer zu einer besseren Produktivität und damit zu Einsparungen von Human Ressources geführt.  

Lassen Sie sich also nicht ins Bockshorn jagen, so wie noch vor einem Jahr mit dem DSGVO Thema. Nehmen Sie sich und Ihren Mitarbeitern lieber einmal die Zeit, um Ihre derzeitige Positionierung zu erörtern. Wo stehen Sie, wo wollen Sie hin, wo können Sie hin, was ist Ihr USP oder doch zumindest das Besondere an Ihnen; also all die bekannten Dinge und dann überlegen Sie, inwieweit und an welchen Stellen Ihnen hierbei die Digitalisierung helfen kann, und welche Gefahren ggf. (Disruptionen) für Ihr Geschäftsmodell bestehen könnten. Optimal hierzu holen Sie sich noch einen passenden Moderator ins Haus und in vielen Gegenden Deutschlands werden solche „agilen Vorgehensweisen“ z.T. auch noch mit Zuschüssen gefördert.

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